CIDP

Bei der Chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) sind die Nervenbahnen in den Armen und Beinen chronisch entzündet, was zu einer fortschreitenden Schwäche in diesen Körperteilen führt. Ursache für diese Autoimmunerkrankung ist eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems, die sich gegen den eigenen Körper richtet. Die CIDP ist im Anfangsstadium kaum von der akuten Variante, dem Guillain-Barré-Syndrom, zu unterscheiden. Sie verläuft jedoch chronisch, das heißt die Symptome nehmen über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen stetig oder in Schüben zu. Im weiteren Verlauf kann es auch dazu kommen, dass Lähmungen auftreten und sich motorische Fähigkeiten wie Greifen und Gehen verschlechtern. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Für die Diagnose der Chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie wird unter anderem das Nervenwasser untersucht und die Nervenleitungsgeschwindigkeit gemessen.

Behandlung

Die CIDP kann in Schüben oder gleichförmig zunehmend verlaufen. Typisch ist aber vor allem, dass sich die Symptome fortschreitend entwickeln. Deswegen ist meistens eine längere Therapie notwendig. Dabei kommen Kortikosteroide, der Austausch des Blutplasmas (Plasmapherese) oder Antikörper, die dem Körper von außen über eine Vene zugeführt werden (intravenöse Immunglobuline, IVIG) zum Einsatz. Sie können die Angriffe des Immunsystems regulieren (Immunmodulation) und so dafür sorgen, dass sich die Symptome bessern. Die Plasmapherese ist ein aufwändiges Verfahren: Das Blutplasma wird entnommen, von den fehlgesteuerten Abwehrzellen gereinigt und anschließend dem Körper wieder zugeführt. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Zentren. Intravenöse Immunglobuline haben im Vergleich mit den anderen Medikamenten weniger starke Nebenwirkungen. Ihre Verabreichung ist außerdem nicht so aufwändig wie der Austausch von Blutplasma.